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Meine Pickled Cabbage Railway "PCR"
im Maßstab 1:4,8/1:4 auf 184 mm Spurweite




Es war1982, als ich von dem Gartenbahnvirus befallen wurde.
Ich war auf der Intermodelbau'82 in Dortmund mit meiner HOe-Anlage, and auf dem Stand nebenan betrieb Herr Puetz seine 5" Kindereisenbahn. Und dann, eines Tages, fragte er mich, ob ich nicht auch mal fahren wolle. Ich machte den Fehler zuzustimmen, und nachdem ich mich an die heißen Bedienelemente der Dampflok gewoehnt hatte, konnte ich nicht mehr aufhoeren zu fahren. Erst als meine Frau mich dringend zur HOe-Anlage zurueckrief stoppte ich dieses Vergnuegen.

Da ich zu dem Zeitpunkt weder den Platz, noch das Geld, noch die technischen Faehigkeiten fuer den Bau einer Gartenbahn hatte, begrub ich all diese Plaene und widmete mich anderen Baugroessen.

Es war 1996, als mein Freund Holger in Kiel in guter Tischlermanier anfing, Feldbahnfahrzeuge fuer 124 mm Spurweite aus Holz zu bauen. Im Sommer 1997 baute er dann noch im Hof der Mietwohnung, in der er wohnt, eine Anlage auf, und im September 1997 machte ich den Fehler, dort zu fahren. Und dann war es wieder um mich geschehen, der Virus brach wieder aus.
Im Januar 1998 nahmen Holger und ein weiterer Kumpel aktiv am 2. Hallen Live Steam Festival in Sinsheim teil. Ich selber war nur am Samstag und Sonntag dort, und am Sonntag morgen hatte ich die Gelegenheit, ueber zwei Stunden Holger's Zug durch die Halle zu bewegen.
Aus den Erfahrungen dieser Veranstaltung wechselnd wir dann zu 184 mm Spurweite, da diese doch mehr Stabilitaet als 124 mm bietet.
Nach verschiedenen anderen Aktivitaeten begann ich dann Ende Oktober 1998 mit dem Bau meiner Lokomotive. Ich hatte lange nach einem geeigneten Vorbild gesucht, in dem ich im Vorbau die beiden Batterien unterbringen konnte. Als Meter- und 3'-Bahner suchte ich natuerlich zuerst nach Vorbildern dort. Meine erste Ueberlegung war eine Deutz-Meterspurlokomotive, die ich bereits einmal in Om gebaut hatte, aber dort waren der Vorbau zu schmal. Als naechstes wollte ich die D&RGW #50 bauen, aber mit den Kuppelstangen war mir diese Maschine als Einsteigermodell zu schwierig, und ausserdem konnte ich damals keine passenden Raeder bekommen.
Nachdem ich mich inzwischen für ein amerikanisches Vorbild entschieden hatte, durchsuchte ich meine alten Ausgaben der Narrow Gauge and Shortline Gazette und fand einen Bericht von Joe Crea, in dem er die Modifikation einer RSSB-Maschine für seine Pitkin-Tramway in IIe beschrieb. Und das war genau die Maschine, die ich gesucht hatte. Also stoppte ich alle meine Plaene fuer rollendes Material mit 3' Vorbild und wechselte zum 750 mm Freelance-Vorbildern.
Ich vergroesserte Joe's Skizzen auf 1:32. Dadurch war es moeglich, alle abgenommenen Masse mit 8 zu multiplizieren und die Masse fuer meine 1:4 Version zu erhalten. Ich wandelte jedoch Joe's Pitkin #5 dahingehend ab, dass ich ein Holzfuehrerhaus, wie es von der amerikanischen Firma Porter gebaut worden war, bei meiner Lokomotive verwendete anstelle des originalen Stahl-Fuehrerhauses.



Meine Lokomotive auf der Werkbank, fertig fuer die Show in Sinsheim



Ein Blick in das Fuehrerhaus.

Die Jungfernfahrt meiner Lokomotive fand am 07. Januar 1999 statt. Wie erwartet, lief sie gut, wies jedoch einige kleine Antriebsprobleme auf. Waehrend der Beschleunigung und des Bremsvorganges fingen die Achsen an zu springen, was natuerlich zu schlechter Kraftuebertragung auf das Gleis fuehrte.



Der Antrieb meiner Lokomotive, der inzwischen geaendert wurde.

Unmittelbar nach Rueckkehr aus Sinsheim zerlegte ich die Lok und inspizierte das Chassis und den Antrieb. Und dann fand ich den Grund fuer das Springen: Ich hatte kleine Stuhlwinkel verwendet, um die Achslager in der Fahrzeuglaengsrichtung zu stabilisieren, da diese zu Federungszwecken auf Gummipuffern gelagert sind. Leider hatte ich die von den Ketten ausgehenden Kraefte unterschaetzt, und so fand ich drei der vier zwischen den Achsen liegenden Winkeln total verbogen vor.
Um dieses Problem zu beseitigen, entfernte ich alle zwischen den Achsen liegenden Stuhlwinkel und installierte auf dem Stahlwinkel, an dem die Achslager befestigt sind, einen weiteren 25 mm Stahlwinkel. Dieser liegt laengs zwischen den Achslagern und kann sich dadurch nicht mehr verbiegen. Weiterhin hatte sich durch den Fahrbetrieb die Kette etwas gelaengt, so dass ich nun auf ein halbes Kettenglied verzichten kann. Dieses Glied war noetig, um vor der Show die Kette ueberhaupt schliessen zu koennen, fuehrte jedoch auch dazu, dass die Kette zu lang war und durch Hartholz-Fuehrungen geleitet werden musste. Auf diese Holzfuehrungen, die noch auf dem obigen Foto zu sehen sind, kann ich nun verzichten.
Weiterhin fand ich heraus, dass die Lokomotive nicht ausbalanziert war. Die Frontachse trug 40 kg, und die hintere Antriebsachse nur 25 kg.



Meine Lokomotive in Sinsheim zusammen mit den von Holger geliehenen Loren .

Meine Wengikeit auf meinem Zug.

Tja, und das bin ich in Sinsheim auf meinem Zug.

Waehrend der vergangenen Wochen habe ich nun den Antrieb instandgesetzt, ca. 15 kg Blei unter dem Fuehrerhaus - von aussen nicht sichtbar - eingebaut, neue Thul-Stahlpuffer entrostet und lackiert und alle offenen Holzschnittkanten gespachtelt und geschliffen.
Weiterhin konnte ich zwei Edelstahl-Kiemenbleche auftreiben, die fuer die Vorbauklappen gut geeignet sind.

Nachdem ich die Puffer und eine Antirutsch-Imitation auf den Umlaufblechen installiert hatte, habe ich waehrend einer kurzen Waermeperiode das Chassis lackiert.

Der Rahmen im weissen Grundieranstrich.

Der Rahmen im weissen Grundieranstrich.

Nachdem die Farbe getrocknet war, habe ich die Lok erneut auf meiner Arbeitsplattform zusammengebaut. Das folgende Photo zeigt den damaligen Zustand:

Die Lokomotive mit lackiertem Chassis.

Die Lokomotive mit lackiertem Chassis, zurueck auf der Werkbank.

In dem obigen Photo ist eine kleine gleichartige Lokomotive auf dem Umlaufblech zu sehen. Dies ist die kleine Schwester meiner 1:4 Lok, gebaut in 1f (1:32) fuer 16.5 mm Spurweite. Diese Maschine hat mehr Kilometer Flugerfahrung als auf den Schienen, war sie doch im Contest an der 18. National Narrow Gauge Convention in Colordo Springs im September 1998. Ich habe sie nach den gleichen Skizzen von Joe Crea's Pitkin #5 gebaut wie ihre groessere Schwester auch. Der einzigste Unterschied sind die Kuppelstangen, die an der 1:4 Lokomotive fehlen.

In der Zwischenzeit habe ich die Kiemenbleche auf die Seitenklappen aufgeklebt, Fensterrahmen gebaut und mit Plexiglas verglast und installiert. Weiterhin wurden die Klavierbaender an den Klappen gegen kleine Schatullen-Scharniere ausgetauscht. Waehrend einiger sonniger Tage im Fruehjahr 1999 habe ich dann den Vorbau grundiert und lackiert und anschliessend die Lok zusammengebaut. Auf einem provisorischen Stueck Gleis aus Dachlatten erfolgte dann der offizielle Rollout:
Die fertig lackierte Lok.

Die fertig lackierte Lokomotive.

Bei einem Besuch der 7.25" Feldbahnanlage im Feldbahnmuseum Oekoven sprang erneut die Kette vom Antriebszahnrad. Als Fehlerursache stellte sich die Lagerung des Motors heraus, der nun alle Antriebskraefte auf seine Gummilagerung uebertrug und darin verrutschte. Nachdem ich den Motor dann mit einem Stahlflansch fest mit dem Chassis verbunden hatte, konnte ich bei einem Besuch bei meinem Freund Holger Jeworowski in Kiel den Abschluss der Fehlerbeseitigung feiern, die Maschine lief problemlos und absolvierte in fuenf Tagen ueber 20 km.

Meine Lok mit Wagen von Holger Jeworowksi in Kiel.

Meine Lok zusammen mit Wagen von Holger Jeworowski anlaesslich des Besuches in Kiel.

Obwohl die Lok eigentlich fertiggestellt aussieht, fehlen noch richtige Scheinwerfer, die Glocke, ein Kamin, die Griffstangen am Fuehrerhaus, die Vorhaenge am Fuehrerhaus und die Dachisolierung.

Hier sind einige weitere Photos vom 3. Live Steam Hallenfestival Sinsheim 1999 zu finden.
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